Marburger Konzentrationstraining

Dieter Krowatschek, Sybille Albrecht & Gita Krowatschek

Marburger Konzentrationstraining für Schulkinder (MKT-K)

Von Konzentrationsschwierigkeiten bei Kindern spricht man, wenn diese ihre Aufmerksamkeit nicht einer Situation entsprechend steuern können, d.h., wenn es ihnen schwerfällt sich einer Sache gezielt zuzuwenden, dabei zu bleiben, Unwichtiges auszublenden und Aufgaben in angemessener Zeit zu bearbeiten.

Im schulischen Alltag werden zwei Gruppen von unkonzentrierten Kindern unterschieden, „unkonzentriert und unruhig“ und „vorwiegend unkonzentriert“. Das MKT richtet sich an beide Gruppen, gleichzeitig versteht es sich als Übungsprogramm welches allen Kindern zugutekommt.

Aus Konzentrationsstörungen resultieren sehr häufig Leistungsprobleme, die Kinder können nicht die Leistung zeigen, die sie von ihrer Intelligenz her erbringen könnten. Aus Leistungsproblemen entstehen nicht nur Verhaltensauffälligkeiten wie aggressives Verhalten oder Ängste, es entsteht vielmehr ein Vermeidungsverhalten, die Kinder haben ein schwaches Selbstbewusstsein, geringes Selbstwertgefühl, trauen sich nichts mehr zu, strengen sich häufig nicht mehr an. Je ausgeprägter das Vermeidungsverhalten, desto schlechter die schulischen Leistungen. Somit bleibt eine Konzentrationsproblematik nicht nur im schulischen Bereich, sondern erstreckt sich auch auf das soziale Leben des Kindes.
Die Eltern-Kind-Interaktionen sind meist belastet, denn die Eltern versuchen zu helfen und greifen in die Lernsituation ein. Kinder und Eltern berichten, dass zu Hause ausgiebig gelernt wurde und der Stoff beherrscht wurde und trotzdem in der Prüfungssituation das Gelernte nicht mehr abrufbar war. Leistungsdruck und Anspannung sind so hoch, dass es zum „Blackout“ kommt. Wenn der Lerndruck durch die Eltern nun erhöht wird, erhöht sich auch der Leistungsdruck und die Anspannung des Kindes, was erneute „Blackouts“ und Versagens ängste hervorrufen kann.

Inhalt des MKT-K ist das Training der Selbststeuerung mit dem Ziel die Aufmerksamkeitssteuerung und die Selbständigkeit der Kinder zu fördern. Sie sollen üben planvoll und systematisch an das Arbeiten heranzugehen, ein neuer Umgang mit Fehlern wird einstudiert und die Leistungsmotivation erhöht.

Die Methoden des Trainings beziehen sich auf verbale Selbstinstruktion, vom Lauten Denken zum Inneren Sprechen, auf Übungen zur Feinmotorik, Wahrnehmung, Denk- und Merkfähigkeit und zum Lang- und Kurzzeitgedächtnis und es verwendet verschiedene Techniken zur Verhaltensmodifikation.

Rahmenbedingungen:
Kleingruppe von 4 Kindern,
sechs Einheiten, 1x Woche,
Trainingsstunde umfasst 75 min.,
zur Vertiefung können weitere Trainingseinheiten angehängt werden,
jedes Kind benötigt einen Schnellhefter.